Matthaeus 24,35
Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen
Trotz der Thematisierung im letzten Kapitel, über dem geistlichen Wachstum, würde ich gerne noch auf drei Zustände eingehen, die in der Bibel zu finden sind. Sie sind der bereits beschriebenen Zuständen sehr ähnlich, jedoch beziehen sie sich mehr auf die Zustände des natürlichen und dem geistlichen Menschen. Zu Beginn betrachten wir die drei Typen „psychikos, sarkikos und pneumatikos“.
Das griechische Wort „psychikos“, dass übersetzt, der natürliche Mensch bedeutet, wurde von dem Wort Psyche (Seele) abgeleitet. Es beschreibt den Menschen, der eine Seele besitzt, aber auch ein Sünder ist und ist dem Wort „pneumatikos“, was geistlich oder himmlisch bedeutet, entgegengesetzt. Pneumatikos sind Menschen, die gekennzeichnet durch den Geist leben und wandeln (Röm. 8,4.5.14) und mit dem heiligen Geist versiegelt sind. (Eph. 1.13).
(Röm. 7,1-25)
14 Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist, ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft; 15 denn was ich vollbringe, erkenne ich nicht; denn nicht, was ich will, das tue ich, sondern was ich hasse, das übe ich aus. 16 Wenn ich aber das, was ich nicht will, ausübe, so stimme ich dem Gesetz bei, daß es recht ist.
So wie Paulus in Römerbrief Kapitel 7 Vers 14 schreibt, dass er unter der Sünde verkauft und fleischlich („sarkikos“) ist, weiss er aber trotzdem, dass das Gesetz geistlich ist. So können wir daraus schliessen, dass er zwar wissend seine Sünden bekennt, aber trotzdem das tut, was ihm missfällt. Es ist im Geist nicht möglich, dass ein wiedergeborener Christ nicht wissen kann, in welcher schandhaften Situation er sich befindet, wenn das Fleisch über den Alltag und Gedanken die überhandnimmt. Obwohl sich einige Bibelausleger die Frage stellen, ob Paulus nach seiner Wiedergeburt überhaupt mit dem Heiligen Geist versiegelt wurde, was wiederum bedeuten würde, dass man um die Versiegelung mit dem Heiligen Geist kämpfen müsste. Kaum möglich, da wir im Wort lesen, dass wir auf den Tag der Erlösung mit dem Geist versiegelt wurden (Ehp.4.30). „Und betrübet nicht den Heiligen Geist Gottes, durch welchen ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung.“ Aber die Warnung dazu, dass wir den Geist nicht betrüben sollten (Jes.63.10), darf nicht ausser Acht gelassen werden. Wer das tut, lebt fleischlich.
. 17 Nun aber vollbringe nicht mehr ich dasselbe, sondern die in mir wohnende Sünde. 18 Denn ich weiß, daß in mir, das ist in meinem Fleische, nichts Gutes wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen dessen, was recht ist, [finde ich] nicht. 19 Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, dieses tue ich. 20 Wenn ich aber dieses, was ich nicht will, ausübe, so vollbringe nicht mehr ich dasselbe, sondern die in mir wohnende Sünde. 21 Also finde ich das Gesetz für mich, der ich das Rechte ausüben will, daß das Böse bei mir vorhanden ist. 22 Denn ich habe Wohlgefallen an dem Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen; 23 aber ich sehe ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet und mich in Gefangenschaft bringt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.
Wer genau liest, sieht, dass das „Ich“ der entscheidende Hauptgegner des Gesetzes ist. Egal ob ein Schuldbekenntnis vorhanden ist, das „Ich“ bleibt der Hauptkontrahent, eines immer wiederkehrenden Kampfes gegen den Geist. Egal wie sich das Ich von dem Fleisch differenziert, beide haben stets den Anspruch über den Geist zu herrschen. Sichtbar in vielen Dingen des Alltags, orientiert sich der fleischlich gesinnte Mensch, an seinen Gefühlen oder seiner Vernunft und vergisst in vielen Dingen, den HERRN in den Mittelpunkt zu stellen. Eher befriedigt er sein Fleisch, in dem er das Verlangen des Fleisches für kurze Zeit befriedigt. Gottes Wille bleibt ersichtlich, aber ein wahrhaftiger Wille, dem Heiligen Geist die Möglichkeit zu geben die Sünde zu töten (Röm. 8,13), ist nicht vorhanden. Wer von ganzem Herzen in dem Moment, wo das Fleisch beginnt, Macht zu ergreifen, den Blick nach oben, zu Jesus Christus wendet und dabei das „untere“ als Schund und Dreck erachtet, wird nicht mehr der Begierde nachgehen, sondern bleibt beständig durch den in uns wohnenden Geist (1Kor. 3,16).Deutlich offenbart uns das Wort Gottes, Gottes Gedanken über den Umgang mit unserem neuen, vom HERRN erhaltenem Leib, der in keiner Hinsicht Gemeinschaft mit Sünde haben soll. Ein Leib, der in absoluter treue gepflegt werden soll. Wer diesen verdirbt, wird selbst von Gott verdorben (1Kor. 3,17). Denn der Leib ist sein Tempel und dieser ist heilig, so sollen auch wir heilig sein. Stellen wir uns einmal einen original Tempelmodell visuell vor, gemäss der Pracht, die uns Bibel über den Tempel beschreibt - nun nehmen sie ein Gläschen vom feinsten Château Margaux, ein sinnlicher Bordeaux, dessen Duft und Geschmack als Musterbeispiel an Eleganz und Finesse bezeichnet, wird. Jetzt schütten sie das Gläschen über den Tempel!
Könnten sie nun all die Hinterbliebenen Flecken bis zur ursprünglichen Reinheit des Tempels bereinigen? Nein! Denn wir lesen in Jeremia Kapitel 2 Vers 22:
„Ja, wenn du dich mit Natron wüschest und viel Laugensalz nähmest: schmutzig bleibt deine Ungerechtigkeit vor mir, spricht Gott, der HERR.“
Natron ist ein beachtlich gutes Reinigungsmittel, das bereits im alten Ägypten als ,,schön und weiss" betrachtet wurde. Es sei rein und mache rein, im physischen und im psychischen Sinne. Im Ersteren durch ihre säubernde und konservierende Wirkung, im Letzteren durch das Emporwirbeln ihres wohlriechenden und den Göttern wohlgefälligen Dampfes . Es ist in der Tat ein Mittel, das scheinbar alle Verunreinigungen entfernen könnte aber in keiner Art und Weise, wie es unser HERR Jesus Christus durch sein Blut getan hat. Die Frage eher noch, ob man es überhaupt tun würden, den Tempel so zu beschmutzen, wenn der Geist Gottes einem die Sünde vor die Augen stellt und man daher in seiner Kraft, Nein zur Sünde sagen kann. Wer sich im Grunde darauf stützt, dass er von dem HERRN Jesus Christus stets von der Sünde bewahrt wird, hat sich getäuscht. Im 1 Johannesbrief Kapitel 5 Vers 18 lesen wir, dass ein wiedergeborener sich selbst bewahrt (τηρεῖ ἑαυτὸν)15 und daher von dem Bösen angetastet wird.
„Wir wissen, dass jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt; sondern der aus Gott Geborene bewahrt sich, und der Böse tastet ihn nicht an.